NFP 77 im SRF: «Wir müssen das Steuer in die Hand nehmen»

Abraham Bernstein - Interview SRF1
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Abraham Bernstein, Präsident der Leitungsgruppe des NFP 77, ordnete im 30-minütigen SRF-Interview die wichtigsten Erkenntnise und Impulse aus dem Forschungprogramm zur digitalen Transformation ein.

Nach fünf Jahren Forschung stellte der Präsident der Leitungsgruppe, Abraham Bernstein, am 28. Mai zum ersten Mal die Ergebnisse und die daraus abgleiteten Impulse aus dem Nationalen Forschungprogramm zur digitalen Transformation in der Schweiz vor.

Im anschliessend ausgestrahlten SRF-Interview bringt Abraham Bernstein die Kernbotschaft des NFP 77 nochmals auf den Punkt: «Das ist ein Wechselspiel. Und wir müssen unsere Verantwortung wahrnehmen, um die digitale Transformation mitzugestalten – das Steuerrad in die Hand nehmen und uns nicht treiben lassen.» Die digitale Transformation verändert nicht nur Technologien, sondern die Gesellschaft als Ganzes. Und genau deshalb braucht es fundierte, empirisch belegte Impulse – keine Bauchgefühle.

Im halbstündigen Tagesgespräch geht Moderatorin Simone Hulliger vertieft auf einzelne Bereiche des Forschungprogramms und die daraus entstandenen Impulse für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ein.

Als erstes kommt der Bereich Bildung zur Sprache: Das NFP 77 hält fest, dass sich die Gesellschaft auf lebenslanges Lernen einstellen muss. Welche Verantwortung tragen dabei die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer selbst – und wann ist der Arbeitgeber gefragt? (ab Minute 6:25)

Weiter geht es um den Arbeitsmarkt in der digitalen Transformation und sich dadurch verändernde Jobprofile. (ab Minute 8:16)

«Arbeitgeber müssen lernen, zwischenmenschliche Kompetenzen oder strategisches Denken gezielter zu nutzen.»


Schliesslich verändert die digitale Transformation auch die Art und Weise, wie wir politisch mitreden. Wie digitale Instrumente die Demokratie stärken können – und was es für eine fundierte Meinungsbildung braucht – ist ab Minute 12:15 zu hören. Konkrete Beispiele aus Bern und Aarau zeigen: Wer mitgestalten kann, empfindet das Resultat als legitim.

Auch der Umgang mit KI kommt zur Sprache: «Ich muss dieser Maschine nicht vertrauen. Ich muss wissen: bei welcher Tätigkeit kann ich mich darauf verlassen, dass sie mir das richtige Resultat gibt?», sagt Bernstein. Wie wir ein gesundes Gespür für die Grenzen von KI-Systemen entwickeln können ist ab Minute 18:23 zu hören.

Die Impulse aus dem Nationalen Forschungporgramm zur digitalen Transformation liegen auf dem Tisch. «Jetzt liegt es an den Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern, sich zu überlegen: Was bedeutet das für uns?», sagt Bernstein. Kantone, Bildungsbehörden, Arbeitgeber – alle sind gefordert, das Steuer in die Hand zu nehmen und die Erkenntnisse in konkrete Massnahmen umzusetzen.