Mehr als die Summe seiner Teile: das erweiterte Potenzial von Bildungsdaten

Darüber wie Schulkinder lernen und über weitere Aspekte der Bildung liegen vielfältige Datensätze vor.

Dieses Projekt zielte darauf ab, die Verfügbarkeit von Daten für die Bildungsforschung und das Bildungsmonitoring zu verbessern. Das Forschungsteam hat den Status Quo evaluiert, Tools und Berichte erstellt sowie Workshops durchgeführt.

  • Projektbeschrieb (abgeschlossenes Forschungsprojekt)

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    Daten sind die Grundlage für Wissen, indem sie potenzielle Information enthalten. Für die Forschung über Bildung und Lernen in der Schweiz sowie für ein Monitoring des Schweizer Bildungssystems ist daher eine zielführende Datenbasis von grundlegender Bedeutung. Um eine solche Datenbasis zu erhalten, sind verschiedene Aspekte zu berücksichtigen. Daten müssen harmonisiert sein, um vergleichbar zu messen; Daten müssen nach einem zielführenden Standard dokumentiert sein, um Austausch zu ermöglichen; der Zugriff auf Daten muss nachvollziehbar und möglichst offen sein; es ist wichtig die Datenbestände zueinander in Bezug setzen zu können. Dies wiederum setzt voraus, dass die Erlaubnis zur Verknüpfung gegeben, eine sinnvolle Zuordnung (z.B. durch Identifier) möglich und, eine Verknüpfung von Datenbeständen, aus Sicht der Qualität und des Inhalts, für eine Auswertung sinnvoll sind. In diesem Sinne hatte dieses Projekt zum Ziel, die Nutzung von Daten für die Bildungsforschung und das Bildungsmonitoring in der Schweiz zu erleichtern und dadurch die Basis für umfassenderes Wissen zu legen.

  • Hintergrund

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    In der Schweiz gibt es bereits wichtige Organisationen und bedeutende Studien für die Datensamm-lung und -bereitstellung im Bildungsbereich, etwa das FORS, das Bundesamt für Statistik (BFS), die TREE-Studie, die ÜGK-Studie, Universitäten und kantonale Ämter, um nur einige zu nennen. Gleichzeitig beschreiben die Datenbestände oft nur Ausschnitte des Bildungssystems, was zu einer Fragmentierung führt, die wiederum kein ganzheitliches Bild erlaubt. Oft ist auch der Zugang zu den Datenbeständen nicht zielführend beschrieben und Dokumentationen sind lückenhaft und nicht standardisiert. Dies erschwert Forschung und Monitoring und führt zu ineffizienten Strukturen. Als ein weiterer Aspekt kann durch die digitale Transformation erwartet werden, dass noch mehr Daten-quellen entstehen, die es zu erschliessen und nutzbarzumachen gilt.

  • Ziel

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    Dieses Projekt hatte das Ziel, Datensätze zu verlinken und nachhaltige Datenprodukte über den Bildungsraum Schweiz zur Verfügung zu stellen. Schnell musste erkannt werden, dass dies für ein Infrastrukturprojekt nicht durchführbar war. Daten dürfen weitestgehend nur für Forschungsprojekte genutzt und verlinkt werden. Selbst das BFS muss für Forschungsprojekte verlinkte Datenbestände nach der Durchführung der Forschung wieder trennen und darf diese nicht langfristig vorhalten. Für die FH Graubünden, die zwar Lehre und Forschung, aber nicht Datenhaltung in ihrem Auftrag hat – also kein Forschungsdatenzentrum ist – war die physische Verlinkung und Aufbewahrung von Daten aus verschiedenen Quellen daher nicht möglich. Es zeigte sich aber auch, dass es von hoher Bedeutung für Forschung und Monitoring ist, die grundsätzlichen Hürden für eine harmonisierte Datenlandschaft zu benennen und Wege für deren Überwindung aufzuzeigen. Auf dieses Vorgehen konzentrierte sich dieses Projekt in der Folge.

  • Bedeutung

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    In der Laufzeit dieses Projekts wurden bedeutende weitere Initiativen vorangebracht und gestartet. So entwickelte sich die Open Data Initiative von einem reinen Begriff des «open» weiter zu einem Verständnis von «open» als nach Regeln zugänglich. Eine Entwicklung, die sich gut in den beiden von diesem Projekt und FORS organisierten Workshops zeigte. Dadurch wurde die Leitlinie «as open as possible» und der Zugang zu sensitiven Daten, wie es Bildungsdaten oft sind, in das Portfolio der Open Data Initiative aufgenommen. Neue Initiativen in der Laufzeit des Projekts waren die Anpassung der Verordnung zum Statistikgesetz, die Diskussion des Gesetzes zur Sekundärnutzung von Daten und die Diskussionen zu Datenräumen. All diese Initiativen konnten durch dieses Projekt bekleidet und kritisiert werden. Die Outputs des Projekts liefern für Forschung und Praxis wichtige fundierte Beschreibungen der Situation in der Schweiz sowie Best Practice und Handlungsempfehlungen, die bereits jetzt oder perspektivisch aufgenommen werden können.

  • Ergebnisse

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    Drei Hauptbotschaften

    1. Daten als Wissensquelle müssen geschützt und gleichzeitig für Analysen verfügbar gemacht werden. Dabei sollte der Schwerpunkt der Massnahmen auf der Datennutzung liegen. Um dies auf sichere Weise zu tun, müssen Infrastrukturen für den sicheren Zugang und die sichere Nutzung vorhanden sein.
    2. Auch wenn durch die digitale Transformation immer mehr Daten produziert werden, muss eine gute Datenlandschaft für Forschung und Monitoring des Bildungssektors erhalten bleiben. Es ist offensichtlich, dass die Daten, die ein Nebenprodukt der digitalen Transformation sind, nicht für Forschungszwecke bestimmt sind. Es müssen Verfahren, Protokolle und Kontrollmechanismen eingerichtet werden, um Daten aus Erhebungen und aus der digitalen Transformation nutzen und kombinieren zu können.
    3. Die Datenströme im Bereich Bildung und Lernen müssen sichtbarer werden. Nur so kann Vertrauen aufgebaut, die Menge der Datensammlungen durch Erhebungen minimiert und ein nützliches Netzwerk von Daten als Wissensgrundlage geschaffen werden. Davon profitieren das Bildungssystem und alle, die daran beteiligt sind.
  • Originaltitel

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    Virtual Educational Observatory